Was Sie tun können, wenn es Sie doch erwischt hat

Sollten Sie sich erkälten, keine Sorge: Erkältungskrankheiten werden durch Viren hervorgerufen, mit denen der Körper in der Regel gut umgehen kann. Daher müssen wir bei einem grippalen Infekt nicht unbedingt zum Arzt.

Bei Erkältungen gibt es verschiedene Medikamente, welche die typischen Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern können. Die Einnahme von wirksamen und schonenden Medikamenten ist durchaus sinnvoll. Sie können Ihre Symptome lindern, so dass Sie sich wohler fühlen, und mitunter auch die Erkrankungsdauer verkürzen und so den immungeschwächten Körper unterstützen. Neben chemisch-synthetischen Medikamenten – wie z. B. Nasensprays, die die Atmung vorübergehend erleichtern können – helfen auch homöopathische Mittel, wie z. B. Meditonsin (erhältlich als Tropfen und Globuli / Streukügelchen in der Apotheke), die Erkältungssymptome zu behandeln, den Erkältungsverlauf zu verkürzen und weniger unangenehm zu gestalten. Homöopathische Arzneimittel sind dabei meist schonender und besser verträglich.

Zusätzlich gilt bei Erkältungen: viel trinken und viel schlafen. Achten Sie bei Erkältungskrankheiten darauf, genügend zu trinken. Spezielle Erkältungstees eignen sich hervorragend, um Ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken und können die Linderung von Erkältungssymptomen unterstützen.

Bei normalem Gesundheitszustand und einem leichten, komplikationslosen Verlauf können Sie eine Erkältung in Eigenregie behandeln. Bei chronisch Kranken und bei heftigeren Beschwerden ist ein Arztbesuch jedoch Pflicht.

Gut zu wissen: Antibiotika sind bei einer normalen Erkältung nicht sinnvoll, da die akute Infektion in über 90 Prozent der Fälle durch Viren verursacht wird. Antibiotika hingegen bekämpfen nur Bakterien. Nur wenn es im Verlauf der Erkältung zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion, also einer Ansiedlung von Bakterien in den anfälligen Schleimhäuten, kommt, ist die Gabe von Antibiotika durch den Arzt unter Umständen erforderlich.

Hinweise auf eine bakterielle Superinfektion sind folgende Symptome:

  • eine gelblich-grüne Verfärbung von Nasensekret und Auswurf
  • später einsetzendes Fieber
  • eine zunehmende Verschlechterung des Allgemeinbefindens

Symptome und Verlauf

Ein Kratzen oder leichte Schmerzen im Hals – das sind meist die ersten Anzeichen einer nahenden Erkältung. Weitere typische Symptome wie Schnupfen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl kommen erst im späteren Verlauf der Erkältung hinzu. Die Dauer einer Erkältung kann variieren – unbehandelt dauert eine Erkältung etwa neun Tage.

Verlauf einer ErkältungTypischer symptomatischer Verlauf einer Erkältung

Von der Erkältung zur bakteriellen Superinfektion

Zwar müssen wir nicht wegen jeder Erkältung gleich zum Arzt gehen, trotzdem sollte auch die „normale“ Erkältung immer ernst genommen und gut auskuriert werden. Denn eine Erkältung, die nicht vollständig auskuriert wird, kann ernsthafte, gesundheitliche Komplikationen zur Folge haben. Beispielsweise kann es zu einer sogenannten „bakteriellen Superinfektion“ kommen. Aufgrund des Virenbefalls bei Erkältungen sind die Abwehrmechanismen bereits geschwächt,  Bakterien fällt es deshalb leichter, das betroffene Gewebe ein zweites Mal zu infizieren. Der Begriff „super“ betont, dass der bakterielle Infekt den Körper zusätzlich zu den Erkältungsviren belastet.

Die Komplikationen einer Erkältung können sein:

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Wenn Sie unter einem hartnäckigen Schnupfen, einer ständig verstopften Nase und eitrigem, gelb-grünem Sekret leiden, dann spricht viel für eine Nasennebenhöhlenentzündung. Sollten noch ein Druckgefühl oder Schmerzen unter den Augen und an der Stirn hinzukommen und sich diese Gefühle beim Bücken verstärken, ist die Diagnose „Sinusitis“ sehr wahrscheinlich.

Bronchitis

Bei einer Bronchitis sind Teile der Atemwege entzündet, häufig durch Bakterien. Anzeichen dafür sind eitriger, grün-gelblicher Auswurf beim Husten, Fieber und eine erschwerte Atmung.

Lungenentzündung

Neben Schmerzen in der Brust dominieren bei Lungenentzündungen zudem plötzlich auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost und ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen.

Herzmuskelentzündung

Eine seltene aber gefürchtete Spätkomplikation von Erkältungskrankheiten ist die Herzmuskelentzündung, die sich durch plötzlich einsetzende massive Schwäche und Schmerzen in der Brust bemerkbar macht und unbehandelt tödlich verlaufen kann.

Vor allem wegen der Gefahr der Herzmuskelentzündungen gilt bei Erkältungen: Keine körperliche Anstrengung, vor allem kein Sport! Warten Sie damit lieber noch ein bis zwei Wochen, bis Sie wieder ganz fit sind.

Unterscheidung von Grippe und Erkältung

Erkältung oder Grippe? Eine Frage, die Sie sich im Krankheitsverlauf vielleicht auch schon gestellt haben. Die Symptome von Erkältung und Grippe sind ähnlich. Aus diesem Grund werden die Grippe und der grippale Infekt im täglichen Sprachgebrauch häufig gleichgesetzt, auch wenn dies nicht korrekt ist. Beide Krankheitsbilder werden durch Viren ausgelöst, die über die Schleimhäute eindringen. Die Beschwerden sind bei einer Grippe jedoch meist stärker ausgeprägt als bei einer Erkältung. Eine Grippeimpfung ist ein sinnvoller Schutz gegen die „echte Grippe“, nicht jedoch gegen eine Erkältung.

Diese Unterscheidungskriterien können Ihnen helfen, Erkältung und Grippe anhand der Symptome besser zu unterscheiden:

 Erkältung
(z. B. Rhinoviren)
Grippe

(Influenza-Viren)
Krankheitsverlauflangsames Auftreten der Symptome,
zu Beginn oft leichtes Kratzen im Hals, allmähliche Verschlechterung,
vor allem die Atemwege betroffen
plötzliches Auftreten der Symptome, meist mit hohem Fieber und starken Gliederschmerzen verbunden,
schnelle Verschlechterung, die Symptome betreffen den ganzen Organismus
Krankheitsdaueretwa 9 Tage
bis zu 14 Tage
Körpertemperaturleichtes Fieber kann auftreten (Erwachsene bis max. 38,5°C)plötzliches hohes Fieber (ab 38,5°C), oft auch über 40°C, mit Schüttelfrost und Schweißausbrüchen
Halsschmerzenhäufig Halskratzen, Übergang zu trockenem Reizhusten und festsitzendem Hustentrockener, schmerzhafter Husten, Halsschmerzen mit starken Schluckbeschwerden
Nasehäufiges Niesen, verstopfte bzw. laufende NaseSchnupfen tritt nur selten auf
Kopf & Gliederleichte Kopf- und Gliederschmerzenstarke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
Allgemeinzustandgeringe Entkräftungstarke Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Wunsch nach Bettruhe, Erschöpfung bis zu 3 Wochen