Wie entsteht eine Erkältung?

Auch wenn sich diese Überzeugung in der Namensgebung durchgesetzt hat, ist Kälte zumindest nicht der einzige Auslöser einer Erkältung. So können uns Erkältungen auch bei schönstem Sommerwetter treffen, denn Auslöser sind immer Erkältungsviren.

Doch haben diese in der kalten Jahreszeit in gut geheizten, trockenen Räumen mit vielen Menschen besonders gute Verbreitungsbedingungen, so dass das Infektionsrisiko hier besonders hoch ist. Hinzu kommt, dass die im Winter oftmals fehlende Bewegung und ständige Heizungsluft – aber auch längere und starke Unterkühlung – unser Immunsystem, welches für die Abwehr von Erkältungserregern verantwortlich ist, schwächen können.

Unsere Schleimhäute im Hals-, Nasen- und Rachenraum haben dabei eine Schlüsselposition, denn sie sind die Haupteintrittspforte aber auch die erste Abwehrstelle für die Erkältungsviren. Wenn die Schleimhäute gut durchblutet und feucht sind, sind die Abwehrzellen unseres Immunsystems in den Schleimhäuten schnell einsatzbereit. So können die Viren im besten Fall direkt unschädlich gemacht werden. Werden die Schleimhäute nicht gut durchblutet und trocknen aus, weil wir uns viel in beheizten Räumen aufhalten oder durch starke Unterkühlung und längeres Frieren, können Sie diese Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen.

Der häufigste und wahrscheinlichste Weg, sich mit einer Erkältung anzustecken, ist die Tröpfcheninfektion. So bezeichnet man die Übertragung von Erregern durch winzige Sekrettröpfchen, die aus den menschlichen Atemwegen – insbesondere der Nasenschleimhaut – stammen und durch die Luft fliegen. Die Freisetzung geschieht durch Niesen, Naseputzen oder Husten. Die kleinen Partikel können in einem Umkreis von ca. vier Metern von unseren Mitmenschen eingeatmet werden und zu einer Ansteckung führen. Aber auch durch Händeschütteln oder das Berühren von Gegenständen (z. B. Türklinken) können Erkältungsviren übertragen werden.

Ihr Ansteckungsrisiko im Herbst und Winter können Sie durch einige Maßnahmen mindern: Waschen Sie häufiger Ihre Hände und meiden sie – wenn möglich – große Menschenansammlungen.

Vollständig lässt sich der Kontakt mit den Viren aber sicher nicht vermeiden – aus diesem Grund braucht der Körper bei der Abwehr unsere Unterstützung!

Vorbeugen hilft – auch gegen Erkältungen

Die gute Nachricht: Zum Glück können wir einiges tun, um unser Immunsystem zu stärken und so unsere Infektanfälligkeit zu reduzieren.

Erkältung vorbeugen

Ernährung: Mit allen wichtigen Stoffen versorgt

Eine ausgewogene Ernährung nimmt großen Einfluss auf unsere Gesundheit und ist wichtig bei der Stärkung unserer Immunabwehr und somit bei der Vorbeugung gegen Erkältungen. Optimal für eine ausgewogene Ernährung sind fünf handvolle Portionen Obst und Gemüse pro Tag. In Obst und Gemüse sind Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine, wie beispielsweise Vitamin C und E enthalten, die wichtig für die Abwehrkräfte sind.

Vitamin C ist u. a. in Zitrusfrüchten, Sanddornbeeren, Hagebutten, Erdbeeren, Kiwis, Kartoffeln (Pellkartoffeln!), Fenchel, Rosenkohl und Paprika enthalten und stärkt unser Immunsystem.

Ein weiterer wichtiger Vitalstoff ist das Vitamin E. Alle Vollkornprodukte, Mandeln, Walnüsse, Olivenöl, Leinöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl sind gute Vitamin E-Quellen.

Pflanzliche Fette wie Rapsöl liefern zusätzlich gesunde Omega-3-Fettsäuren. Diese sind lebensnotwendig, können jedoch nicht von unserem Organismus selbst hergestellt werden. Omega-3-Fettsäuren sind auch in Fischen, beispielsweise in Lachs, Matjes und Sardinen enthalten.

Die Mischung macht’s: Eine ausgewogene Vollwertkost mit viel frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist die ideale Voraussetzung für eine starke Abwehr.

Bewegung: Regelmäßig aber mäßig

Im Winter fehlt uns häufig die nötige körperliche Aktivität, wodurch unser Immunsystem zusätzlich geschwächt wird. Bewegung und Sport an der frischen Luft kurbeln die Durchblutung an, sind gut für die Schleimhäute und stärken so unsere Abwehrkräfte.

Moderater Ausdauersport wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen hilft, Erkältungen vorzubeugen. Nehmen Sie sich zwei- bis dreimal wöchentlich eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeit. Auch ausgedehnte Wanderungen oder Spaziergänge sind gut für Körper und Abwehrkräfte. Achten Sie aber bei Ihrer sportlichen Betätigung darauf, sich nicht zu überanstrengen, da hierdurch die Immunabwehr in der Erholungsphase geschwächt wird. Mit einem kontinuierlichen und maßvollen Training unterstützen Sie Ihren Körper am besten. Und ganz wichtig: Wenn Sie sich bereits krank fühlen, schonen Sie sich besser, anstatt den Körper zusätzlich durch sportliche Aktivität anzustrengen.

Abhärtung beugt vor

Mit abhärtenden Maßnahmen – wie beispielsweise Temperaturreizen – kann das Immunsystem gestärkt werden. Mit Temperaturreizen bezeichnet man den gezielten, kurzzeitigen Wechsel zwischen warm und kalt, zum Beispiel beim Wechselduschen. Temperaturreize fördern die Durchblutung und sorgen dafür, dass die Immunzellen sich besser im Körper verteilen. So kann auch der besonders sensible Nasen- und Rachenraum Viren dann besser abwehren und unser Körper ist weniger anfällig für Erkältungen.

Sauna/ Dampfbad
Sauna oder Dampfbad sind die extremsten Formen der Temperaturreize. Auf das Schwitzen muss immer eine Abkühlung im Kalten z. B. durch kaltes Duschen erfolgen. Einmal wöchentlich kann das dosierte Schwitzen mit anschließendem Kälteschock die Immunabwehr steigern.

Achtung: Sauna und Dampfbad sind nicht geeignet für Herzkranke, Schwangere und Personen mit akuten Erkältungen!

Morgendliche Wechselduschen
Dafür erst drei Minuten warm, dann 15 Sekunden kalt, dann wieder drei Minuten warm duschen. Danach kräftig abtrocknen oder die feuchte Haut einölen, um die Wärme zu halten.

Wechselwarmes Fußbad
Die Füße für drei Minuten in eine Schüssel mit warmem Wasser (30°C), dann 20 Sekunden in eine Schüssel mit kaltem Wasser (10°C) stellen. Das Ganze drei- bis viermal wiederholen. Die Füße danach mit einem Körperöl einreiben – das speichert die Wärme.

Entspannung

Körperliche Anstrengung, berufliche Überlastung, schlechte Stimmung und Probleme aktivieren die Stresshormone. Wenn Stress zum Dauerzustand wird, ist Abwehrschwäche eine Folge.

Entspannungsübungen
Mindestens einmal am Tag sollten Sie versuchen, sich richtig zu entspannen. Was hier helfen kann: ein heißes Bad, eine Fantasiereise, ein gutes Buch, autogenes Training, Yogaübungen oder einer Massage.

Die richtige Atmung
Auch die richtige Atmung ist wichtig beim Entspannen. Die meisten Menschen atmen viel zu flach. Atmen Sie einmal bewusst und beziehen Sie dabei den Bauch mit ein: Legen Sie sich hin, lassen Sie alle Luft aus Ihrem Körper entweichen, dann atmen Sie ganz tief durch die Nase ein. So spüren Sie, wie sich der Brustkorb und nach und nach auch der Bauch mit Luft füllt.

Sich stark Schlafen
Schlaf macht stark: Wie schon Arthur Schopenhauer feststellte: „Schlaf ist für den Menschen das, was das Aufziehen für die Uhr ist“.

Denn im Schlaf ist unser Immunsystem besonders aktiv. Es geht dann verstärkt gegen Krankheitserreger vor und produziert wichtige Antikörper. Sieben bis acht Stunden Schlaf als gute Grundlage sollten Sie sich gönnen.

Siesta halten
Aber auch kurze Pausen am Tag helfen unserem Immunsystem. Hier können wir von den alten Römern lernen. Denn in der sechsten Stunde (der sixta, entsprechend Siesta), der Mittagsstunde, hat unser Immunsystem ein Tief. 10 bis 30 Minuten Mittagsruhe stärken uns dann für den Rest des Tages.